Ratgeber · Betrieb

Helfer und Quereinsteiger im Handwerk einstellen

Meruna RedaktionAktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Helfer entlasten Ihre Gesellen bei Material, Vorbereitung, Demontage und Aufräumen. Quereinsteiger aus verwandten Berufen können nach der Einarbeitung mehr übernehmen. Elektrische Anlagen dürfen nach DGUV Vorschrift 3 nur von einer Elektrofachkraft oder unter deren Leitung und Aufsicht errichtet, geändert und instand gehalten werden. Über die Externenprüfung kann ein Helfer mit genug Berufserfahrung später den Gesellenbrief machen.

Warum lohnt sich der Blick auf Helfer?

Viele Betriebe suchen nur nach Gesellen. Ein Helfer kann trotzdem viel bewirken: Er nimmt Ihren Gesellen die Arbeit ab, für die kein Gesellenbrief nötig ist. Dann bleibt mehr Zeit für das, was nur Fachkräfte können.

Dazu kommt der Arbeitsmarkt. Laut IAB-Stellenerhebung verlangten im vierten Quartal 2025 nur 24 Prozent der offenen Stellen in Deutschland keinen Berufsabschluss. Gleichzeitig suchten 2,23 Millionen Menschen, fast die Hälfte aller Arbeitsuchenden (48 Prozent), nur eine Beschäftigung im Helferbereich. Die Zahlen gelten für alle Branchen, nicht nur für das Handwerk. Sie zeigen aber: Wer eine Helferstelle anbietet, sucht in einer Gruppe, in der viele Menschen Arbeit suchen.

Wofür taugen Helfer und Quereinsteiger im Betrieb?

HelferQuereinsteiger
Vorbildungkein passender BerufsabschlussAbschluss oder Erfahrung aus einem verwandten Beruf
Typische AufgabenMaterial holen und vorbereiten, Baustelle einrichten und aufräumen, Demontage unter Anleitung, Schlitze und Durchbrüche, Lager und Fahrzeugnach der Einarbeitung Montage unter Anleitung, später eigene Teilaufgaben
Einarbeitungkurz, für die Grundlagenlänger, je nach Vorwissen
Weg zum GesellenbriefExternenprüfung nach BerufserfahrungExternenprüfung, Ausbildungszeiten in einem einschlägigen Beruf zählen mit

Quereinsteiger kommen zum Beispiel aus Metallbau, Industriemechanik oder der Gebäudetechnik eines Industriebetriebs. Sie kennen Werkzeug, Zeichnungen und Arbeitssicherheit. Was ihnen fehlt, ist das Fachliche Ihres Gewerks.

Was dürfen Helfer im Elektrobetrieb?

Nach § 3 der DGUV Vorschrift 3 muss der Unternehmer dafür sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft errichtet, geändert und instand gehalten werden. Ein Helfer kann als elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) mitarbeiten. Nach Angaben der BG ETEM gilt dann:

  • Eine Elektrofachkraft unterweist ihn in seinen Aufgaben und den Gefahren bei falschem Verhalten.
  • Wo nötig, wird er in Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen unterwiesen und angelernt.
  • Er arbeitet immer unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft, die die Fachverantwortung trägt.
  • Er kann jederzeit bei der Elektrofachkraft nachfragen.

Ein Helfer arbeitet also nie allein an der Anlage. Planen Sie ihn so ein, dass immer ein Geselle oder Meister dabei ist.

Und im SHK-Betrieb?

Für Gasanlagen hinter der Hauptabsperreinrichtung regelt § 13 der Niederdruckanschlussverordnung: Arbeiten an der Anlage dürfen außer dem Netzbetreiber nur Installationsunternehmen durchführen, die im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Die Verantwortung liegt also beim eingetragenen Betrieb. Was ein Helfer dort tut, tut er im Auftrag und unter Anleitung Ihrer Fachkräfte.

Wie sieht eine gute Anzeige für Helfer aus?

Helfer lesen eine Anzeige anders als Gesellen. Sie wollen wissen, ob sie überhaupt gemeint sind. Schreiben Sie das deshalb in die ersten Zeilen.

  • Klarer Titel: Helfer SHK (m/w/d) oder Helfer Elektro (m/w/d), mit Ort.
  • Gleich sagen: Kein Gesellenbrief nötig, Sie lernen bei uns an.
  • Gehalt: Stundenlohn oder Monatsgehalt, eine Spanne reicht.
  • Was er macht: drei bis fünf Aufgaben in einfachen Worten.
  • Was er mitbringen muss: nur das, was Sie wirklich brauchen, zum Beispiel einen Führerschein.
  • Perspektive: Wenn Sie es ernst meinen, schreiben Sie, dass der Weg zum Gesellenbrief bei Ihnen möglich ist.
  • Bewerben: per Handy, ohne Anschreiben, Lebenslauf freiwillig.

Eine fertige Vorlage finden Sie unter Stellenanzeige für Helfer, den Beruf im Überblick unter Helfer.

Wie wird aus einem Helfer ein Geselle?

Wer lange genug im Beruf gearbeitet hat, kann den Gesellenbrief ohne Ausbildung nachholen. Nach § 37 Absatz 2 der Handwerksordnung ist zur Gesellenprüfung zuzulassen, wer mindestens das Eineinhalbfache der vorgeschriebenen Ausbildungszeit in dem Beruf tätig war. Ausbildungszeiten in einem anderen, einschlägigen Beruf zählen mit. Die Kammer kann ganz oder teilweise auf den Nachweis der Zeit verzichten, wenn der Bewerber zum Beispiel mit Zeugnissen glaubhaft macht, dass er die nötigen Fähigkeiten hat. Ausländische Abschlüsse und Berufszeiten im Ausland werden berücksichtigt. Was der Gesellenbrief bedeutet, steht im Lexikon unter Gesellenbrief.

Die Vorbereitung kostet Zeit und Geld. Die Arbeitsagentur kann die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten fördern, mit Zuschüssen zum Arbeitsentgelt und mit der vollen oder teilweisen Übernahme der Lehrgangskosten. Voraussetzungen sind unter anderem:

  1. Die Weiterbildung umfasst mehr als 120 Stunden, nicht unbedingt am Stück.
  2. Weiterbildung und Bildungsträger sind für die Förderung zugelassen.
  3. Es geht um mehr als eine kurze Anpassung an den eigenen Arbeitsplatz.

Verbindliche Auskunft zu Förderung und Umfang gibt laut Arbeitsagentur nur Ihr Arbeitgeber-Service vor Ort. Bei mehreren Beschäftigten in derselben Weiterbildung reicht ein Sammelantrag.

Wie hilft Meruna bei der Suche nach Helfern?

Meruna ist Recruiting-Software für Handwerksbetriebe in SHK, Elektro, Kälte und Klima. Sie legen die Stelle für Ihren Helfer in zwei Minuten an, mit Gehalt, Firmenwagen und Einsatzgebiet. Die Vorqualifizierung fragt bei jeder Bewerbung Gesellenbrief, Führerschein und Wohnort ab. So sehen Sie sofort, ob ein Helfer schon Erfahrung mitbringt oder ein Quereinsteiger mit Abschluss dabei ist. Jede Bewerbung über Ihre Stellenseite kommt als Nachricht auf Ihr Handy.

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Quellen

  1. 01IAB-Stellenerhebung 1/2026: Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem VormarschStand: Juni 2026
  2. 02DGUV Vorschrift 3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (Fassung der BGW)Stand: Oktober 2026
  3. 03BG ETEM: Elektrotechnisch unterwiesene Personen (DGUV Vorschrift 3, DIN VDE 0105-100)Stand: Oktober 2026
  4. 04Niederdruckanschlussverordnung (NDAV), § 13Stand: Oktober 2026
  5. 05Handwerksordnung (HwO), § 37Stand: Oktober 2026
  6. 06Bundesagentur für Arbeit: Förderung von WeiterbildungStand: Oktober 2026

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