Ratgeber · Bewerber
Bewerber zurückrufen: Ablauf für den ersten Tag
Kurz gesagt
Rufen Sie jeden Bewerber noch am Tag seiner Bewerbung zurück, am besten zu einer festen Rückrufzeit. Legen Sie vorher fest, wer im Betrieb anruft. Im ersten Telefonat klären Sie Gesellenbrief, Führerschein, Wohnort, Starttermin und Gehaltsvorstellung. Danach vereinbaren Sie einen Termin zum Kennenlernen und halten alles in einer kurzen Gesprächsnotiz fest.
Warum zählt gerade der erste Tag?
Eine Bewerbung im Handwerk entsteht oft nebenbei: abends auf dem Sofa, in der Pause im Transporter, mit dem Handy in der Hand. In dem Moment ist der Bewerber interessiert. Gut möglich, dass er sich am selben Abend noch bei einem zweiten Betrieb gemeldet hat. Wer sich zuerst meldet, führt das erste Gespräch und setzt den Maßstab.
Ein schneller Rückruf zeigt außerdem, wie Ihr Betrieb arbeitet. Wer heute zurückruft, wirkt verlässlich. Wer sich nach einer Woche meldet, muss erst erklären, warum es so lange gedauert hat.
Wer ruft im Betrieb an?
Legen Sie das fest, bevor die erste Bewerbung kommt. Sonst denkt jeder, der andere hat es schon erledigt.
| Wer ruft an | Passt, wenn | Darauf achten |
|---|---|---|
| Inhaber oder Geschäftsführer | der Betrieb klein ist und Sie selbst entscheiden | feste Rückrufzeit im Kalender eintragen |
| Meister oder Bauleiter | der Bewerber später direkt mit ihm arbeitet | Gesprächsnotiz an den Inhaber weitergeben |
| Bürokraft | viele Bewerbungen kommen und der Chef auf der Baustelle ist | feste Fragen, Termin für das Gespräch mit dem Chef anbieten |
Wichtig ist nur, dass eine Person zuständig ist und es jeder im Betrieb weiß.
Wie läuft der erste Tag nach einer Bewerbung ab?
- Bewerbung lesen. Zwei Minuten reichen: Beruf, Gesellenbrief, Wohnort, Telefonnummer.
- Rückrufzeit festlegen. Zum Beispiel 12:30 Uhr oder 17:00 Uhr. Fachkräfte sind tagsüber selbst auf der Baustelle.
- Anrufen. Stellen Sie sich mit Namen und Betrieb vor und nennen Sie die Stelle, auf die er sich beworben hat.
- Nicht erreicht? Nachricht schicken. Kurz, mit Ihrem Namen, der Stelle und der Uhrzeit für den nächsten Versuch.
- Gesprächsnotiz schreiben. Direkt nach dem Auflegen, solange Sie es noch wissen.
- Termin bestätigen. Schicken Sie Datum, Uhrzeit, Adresse und Ihre Nummer als Nachricht. Dann steht alles schriftlich da.
Was klären Sie im ersten Telefonat?
Das erste Telefonat ist kein Vorstellungsgespräch. Es geht um zehn Minuten und um die Frage: Lohnt sich ein Treffen für beide Seiten? Diese Punkte gehören hinein:
- Abschluss: Gesellenbrief ja oder nein, in welchem Beruf, seit wann.
- Führerschein: Klasse B für den Firmenwagen, bei Bedarf mehr.
- Wohnort: Wie weit ist es zum Betrieb und zu den Baustellen?
- Starttermin: Ab wann kann er anfangen, wie lang ist seine Kündigungsfrist?
- Arbeitszeit: Vollzeit, Teilzeit, Bereitschaftsdienst, Montage.
- Gehalt: Was erwartet er? Nennen Sie Ihre Spanne. Nach dem heutigen Gehalt fragen Sie besser nicht, die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz untersagt diese Frage. Mehr dazu unter Gehalt in der Stellenanzeige.
- Seine Fragen: Lassen Sie ihm Zeit dafür. Was er fragt, zeigt, worauf es ihm ankommt.
Welche drei Fragen Sie schon vor dem Anruf klären können, steht im Ratgeber Vorqualifizierung: drei Fragen vor dem Gespräch. Den ganzen Ablauf vom Eingang bis zum Termin finden Sie im Leitfaden-Kapitel Vorqualifizieren und zurückrufen.
Welche Fragen dürfen Sie nicht stellen?
Fragen Sie nach dem, was für die Arbeit zählt: Abschluss, Erfahrung, Führerschein, Arbeitszeit, Gehaltsvorstellung.
Wie sieht eine gute Gesprächsnotiz aus?
Eine Notiz soll in einer Minute geschrieben und in einer Minute gelesen sein. Diese Vorlage reicht:
- Name und Stelle: [Name], [Stelle]
- Datum des Anrufs: [Datum], angerufen von [Name]
- Abschluss: [Gesellenbrief ja oder nein, Beruf]
- Führerschein: [Klasse]
- Wohnort und Weg: [Ort], [Minuten zum Betrieb]
- Start: [frühestens ab], Kündigungsfrist [Wochen oder Monate]
- Gehalt: Wunsch [Betrag], Ihre Spanne [von bis]
- Eindruck: [ein Satz]
- Nächster Schritt: [Termin am, Absage, zweiter Anruf am]
Wenn zwei Leute im Betrieb Bewerber anrufen, ist die Notiz der Weg, wie der andere davon erfährt. Ohne Notiz ruft der Chef am nächsten Tag noch einmal an und stellt dieselben Fragen.
Ob danach ein Gespräch im Betrieb oder gleich ein Tag zum Mitarbeiten folgt, entscheiden Sie. Was beim Probearbeiten zu beachten ist, steht im Lexikon unter Probearbeit.
Checkliste für den ersten Tag
- Eine Person ist für Rückrufe zuständig.
- Die Rückrufzeit steht im Kalender.
- Jede neue Bewerbung ist am selben Tag gelesen.
- Jeder Bewerber ist angerufen oder hat eine Nachricht mit Uhrzeit bekommen.
- Zu jedem Anruf gibt es eine Gesprächsnotiz.
- Jeder Termin ist per Nachricht bestätigt, mit Adresse und Ihrer Nummer.
- Wer nicht passt, bekommt eine kurze, freundliche Absage.
Wie hilft Meruna beim Zurückrufen?
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Stelle in zwei Minuten anlegenQuellen
- 01Richtlinie (EU) 2023/970, Artikel 5, Amtsblatt der EU L 132 vom 17.5.2023 (EUR-Lex)Stand: Oktober 2026
- 02Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Unzulässige Fragen in VorstellungsgesprächenStand: Oktober 2026
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