Leitfaden · Kapitel 5 von 6

Vorqualifizieren und zurückrufen: der erste Tag

Meruna RedaktionAktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Fragen Sie schon bei der Bewerbung drei Dinge ab, die für die Stelle zählen, etwa Gesellenbrief, Führerschein und Wohnort. Rufen Sie jeden passenden Bewerber noch am selben Tag zurück, halten Sie das Gespräch in einer kurzen Notiz fest und führen Sie alle Bewerber in einer Übersicht mit Stand statt auf Zetteln.

Warum vorab fragen?

Wenn Sie jeden Bewerber anrufen, ohne etwas über ihn zu wissen, kostet das Zeit, die Sie auf der Baustelle nicht haben. Mit drei kurzen Fragen in der Bewerbung wissen Sie vor dem Anruf, ob die wichtigsten Punkte passen. Das nennt man Vorqualifizierung.

Die Fragen ersetzen das Gespräch nicht. Sie helfen nur, die Reihenfolge festzulegen: Wer alle Muss-Anforderungen erfüllt, bekommt den ersten Anruf. Wer eine nicht erfüllt, bekommt trotzdem eine Antwort, vielleicht passt er für eine andere Stelle oder als Helfer.

Welche drei Fragen eignen sich?

Nehmen Sie die Muss-Zeile aus Ihrem Profil in Kapitel 1. Für eine Fachkraft im Handwerk sind das oft diese drei:

FrageAntwortenWarum
Haben Sie einen Gesellenbrief als [Beruf]?Ja · In Ausbildung · Neinzeigt, ob jemand allein beim Kunden arbeiten kann
Haben Sie einen Führerschein B?Ja · Neinzeigt, ob jemand allein mit dem Firmenwagen fahren kann
Wo wohnen Sie?Postleitzahlzeigt, wie weit der Weg zum Betrieb und zu den Baustellen ist

Bleiben Sie bei Fragen, die mit der Arbeit zu tun haben. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz schützt nach § 1 unter anderem vor Benachteiligung wegen Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung und sexueller Identität. Fragen dazu gehören weder in die Bewerbung noch ins Gespräch. Mehr Beispiele für gute Fragen je Beruf finden Sie im Ratgeber Vorqualifizierung mit drei Fragen.

Warum am selben Tag zurückrufen?

Wer sich bewirbt, denkt gerade an einen Wechsel. Ein paar Tage später kann das anders aussehen: Der alte Chef hat mehr Geld angeboten, ein anderer Betrieb hat schneller angerufen oder die Lust ist wieder weg. Ein Rückruf am selben Tag zeigt außerdem, wie Ihr Betrieb arbeitet.

So läuft der erste Tag gut:

  1. Bewerbung kommt an. Sie oder Ihr Büro bekommen eine Nachricht aufs Handy.
  2. Kurz prüfen. Passen die Antworten auf die drei Fragen?
  3. Anrufen. Am besten noch am selben Tag, auch kurz aus dem Auto.
  4. Nicht erreicht? Eine kurze Nachricht schicken: wer Sie sind, um welche Stelle es geht und wann Sie wieder anrufen.
  5. Gespräch führen. 10 Minuten reichen für den ersten Eindruck.
  6. Nächsten Schritt festlegen. Termin im Betrieb, Probearbeit oder freundliche Absage.

Einen ausführlichen Ablauf mit Gesprächsleitfaden finden Sie im Ratgeber Bewerber zurückrufen.

Was fragen Sie im ersten Telefonat?

Das erste Telefonat ist kein Vorstellungsgespräch. Sie wollen wissen, ob sich ein Treffen lohnt. Der Bewerber will wissen, ob Ihre Stelle zu ihm passt. Diese Punkte reichen:

  • Was machen Sie gerade? Was gefällt Ihnen daran nicht mehr?
  • Welche Arbeiten haben Sie zuletzt gemacht?
  • Wie weit ist Ihr Weg zu uns? Wie kommen Sie her?
  • Ab wann könnten Sie anfangen?
  • Was ist Ihnen bei einem neuen Betrieb wichtig?

Nennen Sie im Gespräch Ihre Gehaltsspanne, falls sie nicht schon in der Anzeige stand. Nach dem bisherigen Gehalt fragen Sie besser nicht. Die EU-Richtlinie 2023/970 untersagt diese Frage künftig, laut IHK Bonn/Rhein-Sieg nach aktuellem wie früherem Gehalt. Ein deutsches Umsetzungsgesetz gibt es nach unserer Prüfung am 3. Oktober 2026 noch nicht. Laut Antwort der Bundesregierung vom Juli 2026 bereitet das Bundesfamilienministerium einen Gesetzentwurf vor. Fragen Sie stattdessen, was sich der Bewerber vorstellt.

Wenn es passt, laden Sie zu einem Treffen im Betrieb ein, oft verbunden mit einem Tag zur Probe. Was dabei zu beachten ist, steht im Lexikon unter Probearbeit.

Was gehört in die Gesprächsnotiz?

Schreiben Sie direkt nach dem Anruf ein paar Zeilen auf. So wissen Sie und Ihr Büro auch eine Woche später, was besprochen wurde. Diese Vorlage reicht:

  • Datum und wer angerufen hat: [Datum], [Name]
  • Abschluss und Erfahrung: [Gesellenbrief ja oder nein, Jahre im Beruf, Schwerpunkt]
  • Fahrweg: [Wohnort, Entfernung, Führerschein]
  • Ab wann: [Kündigungsfrist, frühester Beginn]
  • Was ihm wichtig ist: [Gehalt, Firmenwagen, Arbeitszeit, anderes]
  • Nächster Schritt: [Termin, Probearbeit, Absage] bis [Datum]

Wie behalten Sie den Überblick?

Zettel am Kühlschrank, Mails in drei Postfächern und Nummern im Handy funktionieren bei zwei Bewerbern. Danach geht leicht etwas verloren. Führen Sie alle Bewerber an einem Ort, mit einem Stand je Bewerber:

StandBedeutungWas als Nächstes passiert
NeuBewerbung ist da, noch kein Kontaktheute anrufen
Angerufenerstes Telefonat geführt, Notiz stehtTermin vereinbaren oder absagen
Gespräch vereinbartTreffen oder Probearbeit steht festGespräch führen, dann entscheiden
Abgesagtpasst nicht oder hat abgesagtfreundliche Nachricht, Daten nach Frist löschen

Sagen Sie jedem Bewerber ab, der nicht passt, kurz und freundlich. Im Handwerk kennt man sich. Wer heute eine faire Absage bekommt, empfiehlt Ihren Betrieb vielleicht morgen weiter.

Wie hilft Meruna dabei?

Meruna ist Recruiting-Software für Handwerksbetriebe in SHK, Elektro, Kälte und Klima. Bei jeder Bewerbung über Ihre Stellenseite fragt Meruna Gesellenbrief, Führerschein und Wohnort ab, siehe Vorqualifizierung. Die Bewerbung kommt sofort als Nachricht auf Ihr Handy. In der Bewerber-Übersicht stehen alle Bewerber mit Stand und Gesprächsnotiz, auch die vom Telefon und vom Zettel, die Sie selbst eintragen.

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Quellen

  1. 01Deutscher Bundestag, hib 587/2026: Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie (16.07.2026)Stand: Oktober 2026
  2. 02IHK Bonn/Rhein-Sieg: EntgelttransparenzrichtlinieStand: Oktober 2026
  3. 03handwerk.com: Entgelttransparenzgesetz fehlt, was gilt in der Zwischenzeit? (aktualisiert 29.07.2026)Stand: Oktober 2026
  4. 04Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, § 1 Ziel des GesetzesStand: Oktober 2026

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