Leitfaden · Kapitel 6 von 6

Wer gerade nicht sucht: Fachkräfte offen für einen Wechsel

Meruna RedaktionAktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Viele gute Fachkräfte haben eine Stelle und lesen keine Stellenanzeigen, sind aber offen für ein besseres Angebot. Sie erreichen sie über Empfehlungen Ihrer Mitarbeiter, über Sichtbarkeit in der Region und über bezahlte Anzeigen dort, wo sie ihre Freizeit verbringen. Überzeugen kann nur ein Angebot, das konkret besser ist als ihre jetzige Stelle.

Wer sucht gerade nicht und warum ist das wichtig?

Die Wege aus Kapitel 3 erreichen vor allem Menschen, die gerade aktiv eine Stelle suchen. Sie lesen Anzeigen bei der Arbeitsagentur, auf Jobportalen und bei Google. Viele gute Fachkräfte gehören nicht dazu. Sie haben eine Stelle, arbeiten jeden Tag und schauen sich keine Anzeigen an. Trotzdem würden manche von ihnen wechseln, wenn das Angebot stimmt.

Wie groß die beiden Gruppen sind, zeigt der Gallup Engagement Index Deutschland 2025. Gallup hat dafür vom 17. November bis 20. Dezember 2025 insgesamt 1.700 zufällig ausgewählte Beschäftigte in Deutschland befragt:

GruppeAnteil der BefragtenWie Sie sie erreichen
Aktiv auf Jobsuche12 ProzentStellenanzeigen, Jobportale, Arbeitsagentur, Google
Offen für Neues25 ProzentEmpfehlungen, Sichtbarkeit in der Region, bezahlte Anzeigen

Die Zahlen gelten für Beschäftigte insgesamt, nicht nur für das Handwerk. Sie zeigen aber die Richtung: Die Gruppe, die offen für einen Wechsel ist, war in dieser Befragung rund doppelt so groß wie die Gruppe, die aktiv sucht. Wer nur Anzeigen schaltet, erreicht diese zweite Gruppe kaum.

Wo erreichen Sie Fachkräfte, die offen für einen Wechsel sind?

Über Ihre eigenen Leute. Ihre Mitarbeiter kennen Kollegen aus der Berufsschule, aus früheren Betrieben und von der Baustelle. Laut IAB-Stellenerhebung war die Suche über eigene Beschäftigte oder persönliche Kontakte 2025 bei 27 Prozent der Neueinstellungen entscheidend, über alle Branchen gerechnet. Geben Sie Ihren Leuten einen Link zum Weiterschicken und sagen Sie klar, wen Sie suchen. Wie ein Programm mit Prämie aussehen kann, steht im Ratgeber Mitarbeiter werben Mitarbeiter.

Über Sichtbarkeit in Ihrer Region. Fachkräfte sehen Ihren Betrieb jeden Tag: Ihre Firmenwagen, Ihre Baustellenschilder, Ihre Kunden. Ein QR-Code auf dem Wagen mit dem Satz „Wir suchen Verstärkung“ und einem Link zur Stelle kostet wenig. Wie ein Betrieb als Arbeitgeber wahrgenommen wird, nennt man Arbeitgebermarke.

Über bezahlte Anzeigen in sozialen Medien. Wer gerade nicht sucht, schaut trotzdem aufs Handy, nach Feierabend und am Wochenende. Anzeigen in sozialen Medien lassen sich auf einen Umkreis um Ihren Betrieb begrenzen. Sie sind kostenpflichtig und brauchen ein gutes Bild, einen klaren Text und jemanden, der sie betreut.

Über direkte Ansprache. Fachkräfte gezielt anzusprechen, etwa über ein Profil in einem Netzwerk, heißt Active Sourcing. Prüfen Sie vorher mit einer einfachen Suche, ob Fachkräfte aus Ihrem Beruf und Ihrer Region dort überhaupt zu finden sind.

Mehr dazu im Ratgeber Fachkräfte erreichen, die offen für einen Wechsel sind.

Was überzeugt jemanden, der eine Stelle hat?

Wer eine Stelle hat, vergleicht. Ihr Angebot muss deshalb an einer Stelle konkret besser sein als das, was er schon hat. Das ist nicht immer das Gehalt. Fragen Sie Ihre eigenen Leute, warum sie bei Ihnen sind. Genau das schreiben Sie in die Anzeige.

Was oft den Ausschlag geben kann:

  • ein höheres Gehalt, als Spanne genannt
  • ein Firmenwagen, der auch privat genutzt werden darf
  • kürzere Wege, weil die Baustellen näher am Wohnort liegen
  • planbare Arbeitszeiten und ein früher Feierabend am Freitag
  • eine faire Regelung für die Bereitschaft
  • gutes Werkzeug und ordentliche Fahrzeuge
  • Weiterbildung, etwa zum Meister oder für neue Technik

Machen Sie den ersten Schritt leicht. Wer gerade nicht sucht, schreibt selten ein Anschreiben. Eine kurze Bewerbung am Handy, ein Anruf oder eine Nachricht reicht. Sagen Sie zu, dass das erste Gespräch vertraulich bleibt. Wie das geht, steht in Kapitel 4.

Wann lohnt sich bezahlte Reichweite?

Bezahlte Reichweite kostet Geld. Sie lohnt sich nur, wenn die Grundlage steht: eine klare Anzeige, eine Stellenseite mit schneller Bewerbung und ein Rückruf am selben Tag. Sonst bezahlen Sie für Bewerbungen, die dann liegen bleiben.

SituationWas sich anbietet
Stelle ist neu, kostenlose Wege noch nicht genutztzuerst die kostenlosen Wege aus Kapitel 3
Kostenlose Wege bringen über einige Wochen kaum passende Bewerbungenbezahlte Reichweite prüfen
Stelle eilt, weil Aufträge liegen bleibenbezahlte Reichweite früh dazunehmen
Gesucht wird ein Beruf, in dem kaum jemand aktiv suchtEmpfehlungen und bezahlte Reichweite in der Region
Anzeige ohne Gehalt oder Bewerbung nur mit Lebenslauferst Anzeige und Bewerbung verbessern, dann Geld ausgeben

Rechnen Sie dabei auch, was die offene Stelle kostet: Aufträge, die Sie ablehnen, Überstunden im Team, Kunden, die warten. Die Zeit, bis eine Stelle besetzt ist, heißt Vakanzzeit.

Wie hilft Meruna dabei?

Meruna ist Recruiting-Software für Handwerksbetriebe in SHK, Elektro, Kälte und Klima. Meruna Start erreicht Fachkräfte, die aktiv suchen. Meruna Region erreicht Fachkräfte in der Region, die offen für einen Wechsel sind. Was zu beiden Angeboten gehört, lesen Sie unter Preise.

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Quellen

  1. 01Gallup: Bericht zum Engagement Index Deutschland 2025Stand: Oktober 2026
  2. 02IAB-Forum: IAB-Stellenerhebung 1/2026, Online-Medien sind bei der Personalsuche auf dem Vormarsch (08.06.2026)Stand: Oktober 2026

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Was Active Sourcing bedeutet, welche Wege es im Handwerk gibt und wie Betriebe Fachkräfte erreichen, die gerade nicht aktiv suchen.

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